Martina Wziontek zu Besuch in Burundi

Während Martina Wziontek, Vorstand von Burundikids e.V. und Architektin in Personalunion, zwei Tage nach ihrer Ankunft in Bujumbura den Fortschritt unseres Schulbaus in Kajaga begutachtete, vermittelte sie mir einen ersten umfassenden Eindruck von der Komplexität des Gebäudes. Die Schule, deren erster Bauabschnitt im Jahr 2004 fertiggestellt und in Betrieb genommen wurde, liegt zwischen Bujumbura und Gatumba, einem Ort an der Grenze des Kongos. Mit rund 250 Schülern und Schülerinnen und einigen Auszubildenden, die die Lehre zum Schreiner und Schneider absolvieren, ist sie bestimmt eine der größten Schulen im Umkreis von Gatumba. Nun steht der Bau des Labors an, das, wenn es im Winter 2008 wie geplant fertiggestellt wird, deutschen Standard haben wird. Bisher existiert allerdings erst der Rohbau, bestehend aus einem Fundament aus Beton und Holzpfählen, die die Decke horizontal abstützen werden. Während der Inspektion erklärte Martina Verena Stamm und ihren Mitarbeitern die Funktion der einzelnen Räume, wo Leitungen gelegt und Waschbecken angebracht werden müssen. Man kann fast sagen: Das Labor gibt es schon – es hat ein Eigenleben in Martinas Vorstellungskraft. Jetzt muss es nur noch fertig werden.
Natürlich stand die Visite nach Kajaga nicht als Einzige auf Martinas Terminplan. Besuche im Frauenheim in Kamenge, im Internat und im Kindergarten der Fondation Stamm auf dem Berg sowie in Kanyosha im Straßenkinderheim folgten und waren auf Grund ihres leider nur fünftägigen Besuches knapp bemessen. Da wir jedoch abends oft gemeinsam dinnierten, erfuhren wir letztendlich von Martinas großer privater Leidenschaft: Köln. Diese Stadt habe ich bisher entweder regnerisch, tropisch schwül, aber vor allem umständlich erlebt. Umständlich in Bezug auf kurvige Straßen und kreisförmige Autobahnauffahrten, bei denen nicht einmal mehr das GPS weiß, wo vorne und hinten ist. Nun weiß ich: Die Kölner sind Patrioten auf Grund eines traditionellen Geschichtsbewusstseins von ihrer alten Römerstadt. Damit nicht genug: Mehr oder weniger liebevolle Frotzeleien über Düsseldorfer und Bayern gehören zum Repertoire eines gestandenen Kölners. Könnten Hutus und Tutsis genauso übereinander lachen, wäre die Situation in Burundi viel entspannter.

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~ von lauraschmidtniederhoff - November 30, 2007.

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