A B C

A wie Ankunft

Die ehemaligen Freiwilligen Helfer der ersten Generation Julia und Lena sind für einen vierwöchigen Besuch nach Burundi gekommen. Sie wohnen bei uns im Kinderheim. Heute dürfen wir zusätzlich Philipp Ziser begrüßen, der nun zwei Jahre in Burundi leben wird sowie Ruths Vater für einen ebenfalls vierwöchigen Aufenthalt. Herzlich Willkommen!

B wie Brüssel

Für alle, die sich gefragt haben, in welcher europäischen Stadt ich zwei Wochen Urlaub gemacht habe.

C wie Chauvinismus

Eine burundische Untugend.

D wie Dusche

Jeden Morgen eine neue Überwindung, denn wir duschen unter kaltem Wasser.

E wie Entspannung

Muss auch mal sein. Letzte Woche war ich mit Luisa (Grüße ins ferne Potsdam), Ruth, Julia, Lena und Nadine am Strand des Tanganjikasees und habe mir, obwohl ich ausschließlich im Schatten lag, einen Sonnenbrand geholt.

F wie Fossil

Burundi ist nicht nur dafür bekannt, das ärmste Land der Welt zu sein, sondern auch für Gustave, das Riesenkrokodil. Es lebt in den Flussläufen, die in den Tanganjikasee münden, soll übernatürlich groß sein und schon mehr als 300 Menschen gefressen haben. Wie anheimelnd. ( Einen aktuellen Artikel über Gustave gibt es in der Zeitschrift „Neon“, Ausgabe Januar 2008 )

G wie Gehen

Die Freiwillige Helferin Nadine wird uns nächste Woche nach mehr als einem halben Jahr Einsatz in Burundi verlassen und zu ihrem Studium nach Köln zurückkehren.

H wie Hunger

Vor etwa zwei Wochen habe ich das erste Mal ein unterernährtes Baby gesehen. Die Beinchen des Kindes waren so dünn, die Haut hat sich wie Pergament angefühlt und ich hatte Angst, das Baby zu tragen, weil es so zerbrechlich wirkte. Es hat mir fast das Herz gebrochen.

I wie I Gitt!

Schreien wir immer dann, wenn sich mal wieder eine Kakerlake in unserer Unterkunft zeigt. Übrigens: Manche Kakerlaken in Burundi können fliegen!

J wie Jahreszeit

Jahreszeiten gibt es in Burundi zwar nicht wirklich, aber zumindest die Unterscheidung in Trocken- und Regenzeit. Ich bin ein absoluter Regenzeit-Fan… fast keine Mücken und jeden Tag ein kleiner, aber kräftiger Regenschauer. Zum Glück bleibt mir dieser Zustand noch bis Mai erhalten.

K wie Kloschüssel

Wenn man faule Eier gegessen hat, einer der frequentiertesten Orte überhaupt. Dank Antibiotikum aus Verena Stamms Vorrat geht es uns allen aber wieder besser. Endlich.

L wie Land

Die Freiwillige Helferin Kerstin ist nun schon seit einigen Wochen auf der Ernährungsstation nahe Muyinga, zusammen mit einer deutschen Krankenschwester.

M wie Malaria

Noch sind alle Freiwilligen Helfer von Malaria verschont worden. Toi, toi, toi, denn wir nehmen keine Prophylaxe (das soll aber keine Empfehlung sein!).

N wie Nichtraucher

Wer meint, ein Aufenthalt in Burundi eignet sich dazu, sich das Rauchen abzugewöhnen, hat sich getäuscht. Zigaretten aus afrikanischer Fabrikation (z.B. die ruandischen „Intore“) erhält man zum Spottpreis, auch europäische Marken sind ungleich günstiger. Die Geschmacksunterschiede kann ich aber leider nicht kommentieren, ich bin leidenschaftlicher Nichtraucher.

O wie Oh ja!

So ausgesprochen bedeutet „Oh ja“ in der Landessprache Kirundi „Nein“. In Kirundi schreibt man es allerdings „Oya“.

P wie Preissteigerung

Dass die Preise auf Grund der Krise in Kenia steigen und Versorgungsengpässe entstehen, ist sicher keine Neuigkeit mehr. Noch sind wir Freiwilligen davon nicht betroffen, auch die Schützlinge der Fondation Stamm können nach wie vor versorgt werden. Dennoch steigt der Wechselkurs, der gestern bei 1720 FBU für einen Euro lag! Das ist Rekord. Und das nicht in positivem Sinne.

Q wie Quasselstrippe

Ob auf dem Markt oder unterwegs im Taxi, in Burundi wird diskutiert. Immer!!

R wie Rebellen

Die Rebellen der FNL stehen in der Stadt. Manchmal wird da auch ein kleiner Geldbetrag fällig, kommt man zufällig in Gegenden, in denen die FNL ihre Stellungen bezogen hat. Gestern habe ich zu meiner nicht geringen Überraschung erfahren, dass die Rekruten der FNL sogar Ausweise bekommen! Des weiteren erhält man Quittungen, wenn man regelmäßig Schutzgeld zahlen muss.

S wie Straßenfußball

Unser Straßenfußballverein Muhira hat das im Süden von Bujumbura gelegene Quartier Kanyosha aufgenommen. Samstags finden nun die Spiele in Kanyosha mit den Mädchen aus diesem Quartier statt, Sonntags spielen wir nach wie vor in Buyenzi. Die Resonanz ist überwältigend, auch in Kanyosha haben sich auf Anhieb mehrere Mädchenmannschaften angemeldet.

T wie Tanzania

Imani und ich wollen eigentlich noch einen Kurzurlaub in Tanzania machen. Ob wir das schaffen, ist allerdings fraglich, bei all der Arbeit, die ansteht.

U wie Überraschung

In einem Land wie Burundi gibt es immer Neues zu entdecken. Zum Beispiel, dass burundischer Hexenglaube auch beim Frauenfußball Anwendung findet. Mein Erlebnis vor einigen Wochen: Ich sehe mir ein Fußballspiel im kleinen Stadion von Bujumbura an. In der Halbzeit versucht die herausfordernde Mannschaft, die gegnerische Mannschaft zu verhexen, indem sie ein undefinierbares Etwas am Rande des Spielfeldes vergraben will. Der Schiedsrichter bekommt davon Wind und vergibt die gelbe Karte „wegen Zauberei auf dem Fußballplatz“. Zur Sicherheit tragen die Spielerinnen der gegnerischen Mannschaft dennoch kleine Kräutersäckchen in den Stutzen, die nach dem Spiel fein säuberlich wieder eingesammelt werden. So ein Schutzzauber kostet ja schließlich Geld.

V wie Verkehr

Ich glaube, ich habe mich langsam an den Hexenkessel gewöhnt, den man hier Straßenverkehr nennt. Interessant ist, dass es immer dann Stau zu geben scheint, wenn die blau gekleideten Polizisten Burundis versuchen, den Verkehr zu regeln.

W wie Waschen

Mangels einer Waschmaschine wird die Wäsche im Kinderheim mit der Hand gewaschen. Für die zarten Hände der Freiwilligen Helfer eine Tortur, aus der Blasen und Wunden entstehen.

X und Y

für Vorschläge zu diesen Buchstaben bin ich dankbar.

Z wie Zeit

Die Zeit wird immer knapper. In nur drei Monaten fliegen Imani und ich schon wieder nach Deutschland!

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~ von lauraschmidtniederhoff - März 1, 2008.

2 Antworten to “A B C”

  1. wieder interessante Informationen und dazu noch kreativ!!!Grüße an alle, ruhige Tage, ich hab gehört, dass es in B.in einigen Vierteln Unruhen gegeben hat??? Barbara

  2. Hallo Frau Nießen!
    Hmm, ich bin zur Zeit nicht informiert über Unruhen. Manchmal habe ich Schüsse gehört, vor allem nachts. Muss mal wieder in die Nachrichtenseiten schauen. Liebe Grüße, Ruth und ihrem Vater geht´s gut.
    Laura

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