dar es salaam

habe ich im letzten eintrag tatsaechlich geschrieben, in afrika sei nur auf busse verlass? ich muss mich korrigieren: in afrika ist, verkehrstechnisch gesehen, auf nichts verlass und das haette ich wissen muessen.

unsere reise stand unter keinem guten stern, als ruth, martina, imani und ich letzte woche in urlaub aufbrachen. in der nacht vor unserer abreise hatte die fnl bujumbura angegriffen. schuesse, granaten und sogar bomben fielen und erschuetterten den boden. mit diesen geraeuschen im hintergrund schliefen wir ein – dass mir das moeglich war, erstaunt mich immer noch – und von dem ploppen der kalaschnikows begleitet, wachten wir wieder auf. trotzdem standen wir um sieben uhr morgens puenktlich am busbahnhof, halb in der erwartung, nicht fahren zu koennen, weil die sicherheitslage so fragil schien.
wir fuhren schliesslich doch – einige stunden spaeter. und wie sich herausstellen sollte, war die erste wartezeit am fruehen morgen nur ein vorgeschmack auf das, was da noch seiner dinge harrte. denn keine halbe stunde spaeter, mitten im rebellengebiet, fing der bus an zu rauchen. auch ohne nach draussen zu gehen und mir die ursache des uebels anzusehen, wusste ich: das kuehlwasser laeuft aus. dass wir so nie dar es salaam erreichen wuerden, war klar, deshalb drehte unsere reisegesellschaft  nach einigen halbherzigen versuchen, den berg richtung ngozi zu erklimmen, um, um auf eigene faust zwei stadtbusse zu mieten, die uns noch am selben tag zur tanzanischen grenze vor kibongo bringen sollten. dort wuerden wir dann auf den uns versprochenen bus warten, der uns von kibongo aus nach dar es salaam geleiten sollte. das ziel war, trotz verspaetung den zeitplan einzuhalten, weshalb der busfahrer unseres kleinen stadtbusses auch ohne ruecksicht auf verluste richtung tanzanische grenze hechtete – es war schliesslich bereits 15 Uhr nachmittags.
an der grenze verbrachten wir eine nacht im hotel auf burundischem boden, ueberquerten am naechsten morgen die tanzanische grenze und warteten in dem kleinen dorf kibongo auf die ankunft unseres reisebusses, der nebenbei bemerkt die aufschrift ‚best connection east africa‘ fuehrt. wir warteten. und warteten. und der bus kam, wiederum mit sechs stunden verspaetung und – das war die groesste ueberraschung – vollkommen demoliert. die haelfte der windschutzscheibe war eingebrochen, so dass der wind beim fahren durch den ganzen bus fegte. ein unfall mit einem fahrradfahrer sollte die ursache gewesen sein.
dennoch stiegen wir ein und waren sehr erleichtert, dass wir bereits nach kurzer zeit in einen neuen bus, der uns aus der richtung von dar es salaam entgegenkam, umsteigen konnten. so kommen wir doch noch ans ziel unserer reise, dachten wir. da konnte uns auch ein weiterer naechtlicher aufenthalt im laendlichen tanzania und die motorpanne kurz vor dar es salaam nicht mehr aus der ruhe bringen. sonntag nacht schliesslich erreichten wir dar es salaam.
hier trennten sich ruths und martinas wege von den unseren. imani und ich erkundeten in den naechsten tagen die stadt und liessen uns von dem treiben auf dem bunten kariakoo markt, dem groessten markt dar es salaams, gefangen nehmen. wir konnten es natuerlich auch nicht lassen, uns gleich mit schmuck der massai-frauen einzudecken, die ihre waren an kleinen tischen auf dem markt feilboten. ein weiteres highlight dar es salaams sind die dalladallas, die busse, die sich ‚oeffentliche verkehrsmittel‘ schimpfen. der erste versuch von imani und mir, dalladalla zu fahren, fand in der hauptverkehrszeit statt – eine ueberaus schlechte ausgangsposition. da wir von burundi gewohnt waren, in den bussen sitzen zu koennen, ohne atemnot zu bekommen, waren wir vollkommen ueberfordert von den dar es salaamer bussen, in denen leute sitzen, stehen und sich uebereinander stapeln. als es imani und mir gelang, in einen der busse hinein zu klettern, schworen wir uns nach unserem ueberstuerzten und vozeitigen verlassen des busses, nie wieder dalladalla in dar es salaam zu fahren. am naechsten tag achteten wir dann darauf, nicht die rush hour zu erwischen und hatten doch noch eine nette fahrt.
leider ist eine rundreise nie dazu geeignet, tiefe einblicke in die kultur eines landes zu gewinnen. nur eindruecke lassen sich festhalten: die wichtigkeit, die die tanzanier einer begruessung beimessen; das klimpern der strassenhaendler mit den muenzen, um potentielle kunden auf sich aufmerksam zu machen; der patriotismus und die liebe der tanzanier zu ihrem land; die mixtur der kulturen, die sich im ganzen land und besonders in dar es salaam offenbart.

heute haben imani und ich dar es salaam hinter uns gelassen und uns auf den weg nach zanzibar gemacht. die insel vor dar es salaam ist bekannt fuer seine traumhaften straende und ich bin gespannt, ob sie sich als das herausstellen, was die werbung verspricht. momentan haben wir uns in einem guest house in stone town eingemietet, werden also ein paar tage in der hauptstadt zanzibars verbringen. salaam aleikum!

(die fehlende grossschreibung erklaert sich durch die arabischen schriftzeichen, die die tastatur in dem internetcafe, in dem ich sitze, hoechst verwirrend machen; andererseits: ich war schon immer ein verfechter einer echten rechtschreibreform…)

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~ von lauraschmidtniederhoff - April 24, 2008.

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